Kräuterführungen


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Migrantenpflanzen????

Geschichten über meine Lieblingspflanzen, zum essen, heilen, staunen und nachmachen!

Migrantenpflanzen im Ruhrpott

Darf ich als alter Öko und Naturschützer eigentlich Migranten zulassen? Ich meine natürlich die Pflanzen :….die oft ungeliebten Neubürger, die sogenannten Neophyten.

Wie unsere Vegetation wohl ohne Migranten aussähe? Es gäbe keine bunten Ränder an den Autobahnen. Der herbstlich gelbe Sonnenschein dort kommt nämlich aus Südafrika. (Für Insider: Im Herbst blüht bis zum November an den Straßen flächendeckend mittlerweile das schmalblättrige Greiskraut: Senecio inaequidens).
Es gäbe nicht diese herrlichen im September so hübsch weiß blühenden Orgien des japanischen Knöterichs, es gäbe nicht die dunkelgelbe Wucht der aus Kanada stammenden Goldrute auf den Brachflächen, die so wundervoll die Nieren heilen, nicht die pinke Masse an Hummelverliebtem Springkraut an den Flüssen oder den lilafarbenen, von Schmetterlingen hoch verehrten, Sommerflieder.
Ausgerechnet so viele Migranten im Ruhrpott. Viel mehr als in Bayern! Soll ich das als symbolische Geste der Natur auffassen? Weil wir tatsächlich so viele Migrantenmenschen im Pott haben? Sind diese Pflanzen mit den Einwanderern gekommen? Oder wegen ihnen? Damit diese auch ein Stück Heimat hier haben? Kommen Sie, weil unsere deutsche Flora (Bevölkerung) ausstirbt und dringend Nachwuchs her muss, also sozusagen Fachkräfte?

Da stelle ich mir auch die Frage, ob ich als alter Öko und Greenpeace-Mitglied die Neuen bekämpfen muss, damit die alten Auenlandschaften so bleiben wie sie sind, mit Einheimischen eben. Eine viel diskutierte Frage. Ich meine im Moment, dass alle Botanik stetem Wandel unterliegt. Die alten Auenlandschaften haben ihre Daseinsberechtigung, aber eben auch die Neuen. Die Zeiten ändern sich…und sind wir nicht alle Schwestern und Brüder :)?

Ich könnte mir auch die Frage stellen, ab wann ich die Pflanzen als Fremdlinge bezeichnen will, denn im allerengsten Sinne sind auch Kastanien Migranten, die ursprünglich aus Kleinasien und dem Mittelmeergebiet stammen. Auf diese wundervollen Prachtbäume möchte heute sicher niemand mehr verzichten. Oder auf die ebenfalls mediterranen Platanen und deren herrschaftliche Alleen. Diese beiden verbreiten sich allerdings von alleine fast gar nicht und bergen nicht die Gefahr, alles zu überwuchern.

Vor einigen Jahren habe ich einmal als Biologin im botanischen Garten in Bochum gearbeitet. Eine der Aufgaben war, die Pflanzen mit den richtigen Namens-Schildern zu versehen. Die Schilder mit den Namen der Pflanzen waren im nächsten Jahr immer noch da, die Pflanze oft schon nicht mehr oder einen Meter daneben. Kann man Botanik einfrieren?

Jede Pflanze hat ein Geschenk für uns. Wir müssen es nur heraus finden.

Das indische Springkraut

Ich finde es schön, dass sich das indische Springkraut so ausgebreitet hat. Die Nüsse davon sind lecker und die Blüten helfen äußerlich aufgerieben gegen Fußpilz! Eine preiswerte und wirkungsvolle Methode! Denn die Fungizide in den Antipilzsalben sind schon zum großen Teil wirkungslos, weil die Pilze sie schon seit Jahren aus den Cremes kennen, aber noch mehr aus den mit Fungiziden ausgerüsteten Synthetikschuhen und Socken. Knoblauch ist auch eine Alternative im Kampf gegen Fußpilz, aber die Springkrautblüten riechen besser.


Mit einer einfachen Methode können Sie selbst Tinktur aus Springkrautblüten herstellen: Ein Schraubglas dicht mit Blüten voll packen, mit Wodka aufgießen, drei Wochen stehen lassen, dann durch ein Sieb und einen Kaffeefilter gießen und fertig ist die rosafarbene Anti-Fußpilz-Tinktur!

Die meisten Menschen finden die rosa Springkrautweiden einfach schön, wenn auch die Geschmäcker bezüglich des Duftes verschieden sind. Es liefert uns indisches Flair am Wasser, am Wegrand, auf der Waldlichtung.
Versuchen Sie einmal eine Meditation neben einem Springkrautbestand, wenn die Bienen und Hummeln in die einzelnen Blüten krabbeln und ganz darin verschwinden. Vielleicht können sie auch die Liebe der Tiere zu diesen Pflanzen spüren.

Auch im November noch esse ich mich auf meine Herbstspaziergängen im Wald an Springkrautnüssen satt! Und freue mich an den bizarren Formen!
Springkraut ist nicht zu übersehen, so schön!! Siehe linkes Foto unten

Und die Geschenke, die die Herkulesstaude (jawoll, auch die!!) und besonders der japanische Knöterich für uns hat, muss ich Ihnen persönlich erzählen!!
Jap. Knöterich ist auch nicht zu übersehen , siehe rechtes Foto unten.









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